Das Husqvarna Hard Cross 6 im Test

Mit dem einsteigerfreundlichen e-Enduro über die Trails

Wer bis zur Brust mit Matsch bedeckt ist, muss bei seiner letzten e-Mountainbike Tour mächtig ins Schwitzen gekommen sein. So erging es jedenfalls unserer Testfahrerin Jenny. Einmal auf dem Husqvarna Hard Cross 6 gesessen, möchte das Enduro e-MTB am liebsten ständig ausgefahren werden. Wie alle e-MTBs von Husqvarna (Mountain Cross und Extreme Cross) ist es 2021 mit dem neuen Shimano EP8 Motor ausgestattet und verspricht noch mehr Fahrspaß auf den Trails. Im folgenden Testbericht erzählt Jenny, wie es ihr während ihrer Testfahrten erging und wie das e-Bike ihr in Erinnerung geblieben ist.

Inhaltsverzeichnis

Voraussichtliche Lesedauer: 12 Minuten

Der erste Eindruck des Husqvarna HC6?

Mein erster Eindruck von diesem e-Enduro stimmt mich zwiegespalten. Obwohl sich das Bike mit seiner farblichen Gestaltung  von dem abhebt, was ich normalerweise bevorzuge, finde ich es von seinem Gesamtpaket sehr ansprechend. So lassen Geometrie und Formsprache des e-MTBs meine vorherige Unsicherheit der auffälligen Lackierung gegenüber so gut wie verschwinden. Und auch ich muss mir eingestehen, dass die besondere Lackierart, bei der glänzende und matte Flächen miteinander kombiniert werden, gut zur Geltung kommt. Letztlich kann ich jeden Fahrer nachvollziehen, der sich von der gelb-blau-grauen Optik hinreißen lässt, denn einmalig ist diese Farbgebung in jedem Fall. 

Das Husqvarna Hard Cross 6 in einer Wiese
Der Rahmen des Husqvarna HC6
Moodbild vom Husqvarna HC6 in einer Wiese
Integrierter Akku im Husqvarna HC6

Ganz besonders neugierig war ich vor allem auf das schräg angebrachte Oberrohr, welches nicht nur optisch ein Highlight ist, sondern mich auch in der praktischen Anwendung überraschen sollte. Später mehr dazu. Auch das Unterrohr erwies sich letztlich als gar nicht so bullig, wie ich es von den Bildern zunächst eingeschätzt hätte. Noch ein überraschender Pluspunkt für die Optik, die in sich besonders stimmig ist. Durch seinen Abfahrtscharakter erhält das e-Mountainbike von Husqvarna zusätzlich einen leicht aggressiven Look und zeigt dem Betrachter schonmal, in welche Richtung es gehen könnte. 

Die Ausstattung des Hard Cross 6

Im Sattel des HC6 traf man mich vor allem im Rheinisch-Bergischen Kreis rund um Burscheid an. Dort befindet sich eine unserer favorisierten Hausstrecken. Die Tour ist perfekt, wenn es darum geht, möglichst unterschiedliche Fahreindrücke zu gewinnen. Von wurzeligen Passagen über Steine bis hin zu Up- und Downhill Strecken findet man hier wirklich alles. 

Von meiner Erfahrung in der Vergangenheit bin ich tatsächlich eher sehr leichte Bikes gewohnt. Deshalb musste ich mich gedanklich zunächst neu auf das HC6 einlassen. Doch einmal auf dem e-MTB gesessen, wird mir schnell klar: Mit seinem Gewicht von ca. 25 Kilogramm ist das Bike zwar nicht unbedingt der Inbegriff von Agilität, bügelt jedoch alles glatt, was ihm unter die Räder kommt. 

Motor und Display

Privat fahre ich ein Bike mit Shimano E8000 Motor und muss an dieser Stelle festhalten, dass der Nachfolger in Form des Shimano EP8 deutlich leiser arbeitet. Das empfinde ich als besonders angenehm und merke auch, dass der EP8 sensibler und harmonischer auf erste Pedalumdrehungen anspricht. Im Boost hat man jedoch immer noch die gewünscht Power, um gekonnt Hindernisse zu überwinden. Der neue EP8 Motor kommt im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit Magnesiumgehäuse statt Aluminium, was sein Gewicht um ca. 300 Gramm reduziert. Mit 85 Nm Drehmoment gibt es zudem eine Steigerung zu den bisher gewohnten 70 Nm des E8000.

Shimano EP8 Motor am Husqvarna HC6

Die zur Wahl stehenden Unterstützungsmodi sind Eco, Tour und Boost. An dieser Stelle komme ich nicht umhin zuzugeben, dass ich vor allem durch mein coronabedingtes Home-Office an Fitness verloren habe und nicht in meiner besten Form bin. Aus diesem Grund habe ich vermehrt Gefallen am Boost-Modus gefunden, obwohl ich mich normalerweise eher zur Riege der „Vieltreter“ zählen würde.

Gerne hätte ich die Möglichkeit genutzt, den Motor noch filigraner an mein Fahrverhalten anzupassen und die Einstellungen weiter zu individualisieren. Das verbaute Shimano SC-E5000 Display kommt jedoch leider ohne Kommunikationsfunktion, weshalb eine Schnittstelle zum Handy, beispielsweise über Bluetooth, nicht möglich war. Als Alternative bleibt dem Fahrer das Nachrüsten eines anderen Displays beim nächsten Besuch des e-Bike Experten oder eine Junctionbox.

Komfort und Sicherheit auf dem Husqvarna e-Mountainbike

Das Gefühl von Komfort ist, wie so vieles andere auch, Ergebnis subjektiver Einschätzung und durchaus körperabhängig. Mein eigenes Bike habe ich mit Zubehör von SQlab nachgerüstet. Beim Husqvarna war dies nicht unbedingt notwendig. Ich saß etwas aufrechter auf dem Bike und musste dadurch nicht so viel Druck auf die Handgelenke ausüben. Einmal die Bremshebel auf meine Bedürfnisse angepasst und schon hatte ich mit meinen Handgelenken überhaupt keine Probleme. Auch der hauseigene Husqvarna MTB Sattel machte eine gute Figur und ließ sich nach kurzer Eingewöhnung schmerzfrei fahren. 

Wer vom Komfort auf dem Husqvarna HC6 spricht, muss auch das Fahrwerk erwähnen. SR Suntour Dämpfer und Gabel leisteten mit 180 mm Federweg überzeugende Arbeit und ließen sich relativ einfach einstellen.

Sind die Einstellungen einmal vorgenommen, steht dem Trail nichts mehr im Wege. Neben dem Komfort vermittelte das Fahrwerk mir auch Sicherheit, sodass der Grip auf dem Trail stets gegeben war und auch ein paar kleine Sprünge nicht fehlen durften. Schlechte Linie gefahren oder ungalant über einen versteckten großen Stein gerollt? Kein Problem, denn das Fahrwerk verzeiht viele Fehler. Zudem erschien es mir mit seinem satten Federweg auch durchaus tolerant, sollte es mal nicht zu 100 % korrekt eingestellt worden sein.  

Das schräge Oberrohr kam mir für meine Größe genau richtig vor. Mit meinen 1,63 m konnte ich das Bike somit dennoch in Größe „M“ fahren, obwohl ich rein faktisch gesehen einer „S“ zuzuordnen wäre. Auch mein Mann, der mit 1,85 m ein paar gute Köpfe größer ist als ich, konnte das e-MTB für ein paar schnelle Abfahrten nutzen. Der Rahmen hat mir ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, da er mir ein einfaches Auf- und Absteigen ermöglichte und ich selbst im Stand mit beiden Beinen fest auf den Boden kam. Für mich wird das Bike daher zu einem Allrounder für verschiedene Körpergrößen.

Schaltwerk, Bremsen und Laufräder

Zum Thema Schaltwerk, Bremsen und Laufräder des Husqvarna Hard Cross 6 habe ich eigentlich nur eine Einstellung: Laissez faire – lass sie einfach machen! Die Shimano Deore 10-Gang Schaltung funktionierte ohne Probleme und ist für den Einsatzzweck des Bikes in dezenteren Gefilden vollkommen ausreichend. Mir selbst hat bei meinen Testfahrten kein Gang gefehlt. Selbiges Feedback würde ich auch den Tektro Orion 4-Kolben Bremsen geben. Ich bin bei meinen Touren stets sicher zum Stehen gekommen und die Bremsen haben jedes Mal schnell und zuverlässig reagiert. Selbst nach Fahrten durch Pfützen ließ sich die Nässe relativ schnell wieder wegbremsen. Vom Sicherheitsfaktor top!

Schwalbe Reifen am HC6 von Husqvarna
SR Suntour und Tektro Bremse am Husqvarna HC6
Oberrohr des Husqvarna HC6
Lenkergriff am HC6 von Husqvarna

Von tiefen Pfützen, die sich plötzlich hinter einer Kurve auftun, bis hin zu fast staubigen Streckenabschnitten, performen die 27,5″ Klassiker Hans Dampf und Magic Mary Laufräder von Schwalbe gewohnt gut. Die Klettereigenschaften des Bikes überzeugen mich, denn es ist im Uphill sehr ausgewogen unterwegs. Man muss sich nicht extrem nach vorne lehnen und vom Sattel weggehen, um Gewicht an das Vorderrad weiterzugeben und ein Abheben zu verhindern. Die Reifen kleben auf dem Boden, wenn sie sollen.

Anfängerfreundliches e-Mountainbike

In der Vergangenheit durfte ich bereits zahlreiche e-Mountainbikes testen. Auf diese Weise ziehe ich natürlich immer automatisch Vergleiche zu Bikes, die ich zuletzt fahren konnte. Das Hard Cross 6 von Husqvarna würde ich als vergleichsweise anfängerfreundliches e-MTB einstufen: Unabhängig vom Navigieren mit dem Körper, verzeiht es meiner Meinung nach Fehler auf Streckenabschnitten, für die man mit einem leichtgängigeren Bike eher bestraft wird. Dazu zählen beispielsweise schwere Wurzelpassagen, anspruchsvolle Linien im kurvigen Gelände oder ausgefeilte Trailelemente bergab. Auch das tief gezogene Oberrohr macht das Bike in meinen Augen Einsteigerfreundlich, da man als Anfänger häufiger vom Bike absteigen muss und dabei nicht auf harte Rohre prallt. Bewegungsfreiheit ist an dieser Stelle stets herzlich willkommen.

Jenny auf dem Husqvarna HC6
Testfahrerin auf dem Husqvarna HC6
Jenny fährt auf dem Husqvarna HC6
Fahraufnahmen vom Husqvarna HC6


Auch der große Akku mit 630 Wh lädt Anfänger dazu ein, sich mit dem Thema „e-Mountainbike“ auseinanderzusetzen, denn dem Bike geht so schnell nicht die Puste aus. Vom Gefühl her verbraucht der Boost-Modus beim EP8 Motor sogar weniger Akku als bei seinem Vorgänger, dem Shimano E8000. Während der Antrieb, wie bei Husqvarna gerne üblich, sich auch deutlich als solcher zu erkennen gibt, verschwindet der Akku im Unterrohr des Bikes und wird durch eine abnehmbare Abdeckung verdeckt. 

Das Fazit zum Husqvarna Hard Cross 6?

Mit dem Husqvarna Hard Cross 6 bekommt man ein rundum stimmiges Gesamtpaket für den Preis von 4.799,00 € (zzgl. 99 € Überführungs-/Übergabekosten). Die Komponenten passen zum Einsatzzweck sowie zum Preis des Bikes und halten, was sie auf dem Papier versprechen. 

Von Touren bis Trails. Das Bike spielt seine Ambivalenz ziemlich gut aus, denn es lässt sich einerseits gut auf der Straße oder auf Feldwegen fahren. Andererseits kann man sich damit auch hervorragend an die ersten Trails herantasten und komfortabel, sicher und spaßig seine ersten Erfahrungen auf einem e-MTB sammeln. Das Einsatzgebiet sehe ich daher eher auf gediegenen Strecken, nicht im Bikepark oder auf krassen Uphill-Touren.

Nahaufnahme von Jenny auf dem HC6 von Husqvarna

Der EP8 Antrieb als stärkster Motor aus dem Hause Shimano und der große Akku runden die Einsteigerfreundlichkeit des Bikes auf den letzten Metern noch ab. Aus meiner Sicht handelt es sich um das perfekte Bike für Anfänger, die vermehrt Wert auf ein außergewöhnliches Design legen und ihr vielseitiges e-Mountainbike gerne durch die Praktikabilität von Schutzblechen und Gepäckträgern erweitern wollen. Zudem ist das Rad mit 130 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht für schwergewichtigere Leute geeignet.

Wer jetzt neugierig auf das Bike geworden ist und für verhältnismäßig wenig Geld verlässliche Komponenten und ausreichend Akku-Reichweite sucht, könnte hier fündig werden. Auch unsere Partnerhändler in Deutschland und Österreich sind von dem Bike überzeugt und haben gerade eine Fuhre geordert. Bei den e-MTB Experten der e-motion e-Bike Welt Bad HallStuttgart oder beispielsweise auch Köln kannst du von einer großen Auswahl profitieren und das HC6 testen.

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