Bikevorstellung: Liv Intrigue X E+ 2021

Noch mehr Trail-Spaß lautet die Devise

Als sich die Heckklappe des Transporters öffnet und ich das erste Mal das brandneue Liv Intrigue X E+ der Saison 2021 sehe, werden Erinnerungen wach. Erinnerungen an eine actionreiche Deutschlandtour, an tolle Trails und wunderbare Fahrerlebnisse, die ich im letzten Sommer mit dem Intrigue E+ erleben durfte. Aber irgendetwas ist anders. Es ist das “X” im Modellnamen, das für Veränderungen in der Modellreihe des Intrigue E+ von der Saison 2020 zur Saison 2021 steht. Schauen wir uns doch einmal genau an, was den X-Faktor im neuen Intrigue X E+ ausmacht!

Inhaltsverzeichnis

Voraussichtliche Lesedauer: 8 minutes

Das ist neu am Liv Intrigue X E+ 2021

Die DNA des Liv Intrigue X E+ unterscheidet sich nicht von der des Vorgängermodells – eine auf unzähligen Datensätzen basierende, an Frauen angepasste Geometrie; ein Fahrwerk, das auch bei wenig Gewicht volle Funktionalität bietet und ein starkes intuitives Antriebssystem. Mit einem Federweg von 150 mm an der Front und 140 mm im Heck sind dies beste Voraussetzungen für ein Trailbike, das mit dir durch dick und dünn geht! Und dennoch hat Liv noch an der ein oder anderen Schraube drehen können, um das Intrigue X E+ noch leistungsfähiger und einfach noch spaßiger zu machen.

Im Vergleich: Links das Intrigue E+ aus der Saison 2020 mit 27,5″ Laufrädern und rechts das aktuelle Liv Intrigue X E+ mit 29″.

X-Faktor Reichweite: großer Akku in allen Modellen & Range-Extender optional!

In dieser Saison kommen alle Modellvarianten des Intrigue X E+ mit einem vollintegrierten 625 Wh Akku, zusätzlich habt ihr die Möglichkeit, einen Range-Extender (Zusatzakku) mit weiteren 250 Wh auf dem Unterrohr zu platzieren. Höher, stärker, weiter? Mit 875 Wh solltet ihr ein ganzes Stückchen weiter kommen ;). Der Range Extender wird dabei anstelle des Flaschenhalters platziert. Apropos Flaschenhalter – es ist nicht selbstverständlich, dass ein e-MTB über eine Flaschenhalteraufnahme verfügt. Auch in der von uns getesteten Rahmengröße S ist es möglich, einen Flaschenhalter auf dem Unterrohr zu platzieren, allerdings passt keine Standardgrößen-Trinkflasche hinein, da diese dann am Oberrohr anschlägt.

Rahmen des Liv Intrigue X E+

X-Faktor Rollverhalten: Keine Hemmungen vor großen Laufrädern!

Anstatt mit 27,5” Laufrädern kommt das Intrigue X E+ 2021 in den Rahmengrößen S, M und L mit großen 29” Laufrädern (in XS weiterhin mit 27,5”). Ist die Geometrie aber gut an die größeren Laufräder angepasst, sitzt du nicht etwa höher auf dem Bike  – du spürst die zusätzlichen Zoll nicht an der Sitzposition, sondern nur an den fahrtechnischen Vorteilen. Du rollst schneller und sicherer über Hindernisse und der große Reifendurchmesser verringert auch die Intensität der Schläge – ein Plus auf der Komfortskala. Im Kurven-Grenzbereich lassen sich die 29er gutmütiger handeln, sind also weniger nervös, was für dich mehr Sicherheit bedeutet. Schlussendlich bieten die Twentyniner auch noch physikalische Vorteile: weniger Rollwiderstand, was im Umkehrschluss weniger Energieaufwand bedeutet – oder eben höhere Geschwindigkeit.

X-Faktor Geometrie-Anpassung: Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt!

Ja, richtig gehört. Du kannst die Geometrie am Intrigue X E+ an gewisse Streckengegebenheiten oder aber deine persönlichen Vorlieben anpassen. Dafür hat Liv in der Saison 2021 einen sogenannten Flip-Chip in der Hinterradschwinge verbaut. Der Flip-Chip ist also ein kleines Element, das aus seiner Position gelöst und andersherum wieder eingesetzt werden kann. Die dadurch entstandenen Geo-Veränderungen sind auf dem Papier zwar minimal, können in der Praxis aber einen großen Unterschied machen.

Flip-Chip Low Position – flaches Setup für steile Abfahrten

  • In der Low Position sind Lenk- und Sitzwinkel um etwa 0,7 Grad flacher, das e-MTB fährt auf steilen und anspruchsvollen Bergabpassagen einfach noch ein bisschen stabiler.
  • Zusätzlich senkt sich die Tretlagerhöhe um etwa 10 mm herab, der Schwerpunkt des Intrigue X E+ liegt also noch etwas tiefer – und auch hier kommt wieder mehr Stabilität und dadurch Sicherheit ins Trail-Spiel.

Flip-Chip High Position – die perfekte Kletterposition für Bergaufpassagen

  • Die High-Position bietet demnach ein steileres Setup mit einem um 0,7 Grad steileren Lenk- und Sitzwinkel. Das Bike wird dadurch agiler und klettert aggressiver bergauf ohne, dass das Vorderrad anstalten macht, die Bodenhaftung zu verlieren.
  • Die im Umkehrschluss größere Bodenfreiheit bietet wiederum Vorteile auf verblocktem Terrain und die Wahrscheinlichkeit von Pedalaufsetzern wird minimiert.

X-Faktor Sattel: Wohlbefinden für das Hinterteil!

Du kaufst dir ein e-Mountainbike und stellst nach wenigen Kilometern fest, dass dein Po sich nicht so sehr wie du über das neue Bike freut – kennen wir alle, oder? Mit dem serienmäßigen Sylvia SL E+ Mountainbikesattel von Liv soll dir das nicht mehr passieren. Der Sattel ist ebenso wie die gesamte Geometrie des Bikes an die Gegebenheiten von Frauenkörpern angepasst. Sitzen, fahren, Spaß haben – und sonst nichts! Außerdem ist der Sattel so entwickelt, dass er dir zusätzliche Unterstützung auf dem Trail bietet. Die Seitenelemente sind aus speziellem Material, das dir die Führung erleichtert und ein Abrutschen verhindert. Die Sattelnase ist länger und nach unten gebogen, sodass du mit deinem Innenbein den Kontakt zum Sattel besser halten kannst, was dir zusätzliche Stabilität auf anspruchsvollen Abfahrten verleiht.

Sattel am Liv Intrigue X E+

Insgesamt finde ich es erstaunlich, dass man an einem extrem gut funktionierenden e-Mountainbike dennoch immer wieder Punkte finden kann, die es zu verbessern gilt. Erstaunlich, aber auch beruhigend. Zeigt es doch, dass man sich bei Liv nicht auf bestehenden Erfolgen ausruht, sondern immer weiter daran arbeitet, Frauen mehr Power, mehr Sicherheit und damit mehr Fahrspaß im Gelände und auf der Straße zu ermöglichen.

Der SyncDrive Pro Antrieb: volle Power bei sensibler Kraftentfaltung

Alle 2021er Intrigue X E+ Modelle kommen mit dem leistungsstärksten Antrieb aus dem Hause Giant – dem SyncDrive Pro. Dieser basiert auf der Hardware des Yamaha PW-X2, erhält aber die Software und die Motorabstimmung von Giant, wodurch er zum SyncDrive wird. Für mich ist der Yamaha Antrieb der klassische Underdog in der e-Bike Motorenwelt. Dieser Antrieb läuft und ohne Probleme zu machen – weder bei niedrigen Temperaturen im Winter, noch bei über 40 Grad im Sommer. Er ist leise, hat kaum Tretwiderstand und eine sehr natürliche Abstimmung. Verwunderlich also, dass er nicht so im Fokus steht, wie die Motoren anderer Hersteller.

Giant Motor an Liv e-Mountainbike

Die 5 Unterstützungsstufen im SyncDrive System bieten dir außerdem eine sehr große Range was die Abstufungen der Motorkraft betrifft – du musst dich nicht zwischen leicht-mittel-stark entscheiden, sondern hast noch Zwischenabstufungen, die wahrscheinlich gerade sportlich ambitionierten Fahrern sehr zusagen. Mit 80 Nm und maximal 360% Tretkraftunterstützung kannst du schnell beschleunigen und Anstiege erklimmen, die dir zuvor den Schrecken ins Gesicht gejagt haben.

Hervorheben möchte ich hier aber die sechste Unterstützungsstufe, die sich nicht als sechster LED Punkt auf der Remote auswählen lässt, sondern über eine bestimmte Tastenkombination: Den Automatikmodus (Smart Assist). Dieser Modus entscheidet anhand der unterschiedlichen Sensoren für dich, welche Unterstützungsstufe gerade Sinn macht – speziell auf dem Trail ist dieser Modus für mich ein absoluter Segen. Denn ich erhalte immer genau die Kraft, die ich benötige, ohne meine Konzentration vom Trail nehmen zu müssen.

Videovorstellung Liv Intrigue X E+ 2021

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