Das Focus Sam² 6.8 im Test

Mit Focus im Trail-Paradies Saalbach

Langes Wochenende im selbsternannten „Home of Lässig“ – mit dabei das Focus Sam2 6.8. als Spaßgerät für Bikepark und Trail. Und lässig waren die vier Tage allemal!

Inhaltsverzeichnis

Voraussichtliche Lesedauer: 6 minutes

Das Sam² im Detail – das Enduro-Spaßgerät!

Der Wetterbericht hatte im Vorfeld Regen angesagt – umso größer die Freude, als die Ankunft bei strahlendem Sonnenschein erfolgt. Also gleich abgeladen und das Bike inspiziert. Schmales Unterrohr durch fix integrierten Akku (378 WH – optional können weitere 378 Wh mittels TEC-Pack dazugepackt werden), vertikal stehendes Upside-Down Federbein mit F.O.L.D.-Kinematik, komplettes 170 er FOX-Fahrwerk, stabile DT-Swiss Laufräder, breiter Lenker und massive Maxxis-Bereifung lassen keinen Zweifel am Einsatzbereich des Bikes aufkommen – gebaut für den Enduro-Einsatz – gerne anspruchsvolle Trails, gerne auch mal Bikepark. Angetrieben wird das Focus vom bekannten und bewährten Shimano Steps E8000 Motor, gebremst wird mit vier Kolben Shimano Zee-Bremsen.

Genug inspiziert, die Vorfreude auf die Trails gleicht der meiner Jungs am Vorabend vor Weihnachten. Also aufgesessen und los geht’s. Beim ersten Aufsitzen fällt die für ein Enduro eher tiefe Front und die (zu) schmalen und harten Griffe auf. Die Sitzposition selbst ist relativ neutral, bergab steht man gut integriert im Bike. Die Geometrie geht keine großen Experimente ein, relativ langer Reach, relativ kurze Sitzstreben, 75 Grad steiler Sitzwinkel und ein flacher Lenkwinkel lassen das Bike a) gut bergauf pedalieren und b) sicher und laufruhig bergab dirigieren. Insgesamt (bis auf die Griffe) auf Anhieb angenehm und gut. 

Sam² 6.8: Fahrgefühl bergauf

Die ersten Passagen fahre ich auf einer groben Schotterpiste bergauf – Fahrwerk kann komplett offen bleiben, spürbares Wippen produziere ich nur im Wiegetritt. Wer es gerne hart mag, kann Federbein wie Gabel auch mittels Plattform dämpfen oder ganz sperren. Das Bike ist für ein Enduro relativ leicht und der bekannte Steps-Motor glänzt durch fehlenden Tretwiderstand,  durch die Downhill-lastigen Reifen rollt es aber ein wenig zäh – ohne Motorunterstützung bergauf keine Freude. In der Ebene kann der Shimano-Motor aber auch gerne mal aus bleiben. Die Reichweite/Höhe ist aufgrund des kleinen Akkus begrenzt – ein gut trainierter Fahrer kommt auf ca. 1.300-1.500 hm (vorzugsweise im ECO-Modus), ansonsten ca. 500 bis 800 hm. Abhilfe schafft wie gesagt der Zusatz-Akku – der erhöht das Gewicht aber auch auf „normale“ 24 kg.

Sam² 6.8: Fahrgefühl bergab

Soweit, so gut – der Traileinstieg ist dank Motorunterstützung zwar nicht ohne Schweiß, aber doch relativ zügig erreicht. Im Vergleich zum unmotoriserten Aufstieg mit einem Giant Trance im vorigen Jahr spare ich gut 15 min. auf ca. 700 hm. Also Bremse auf, versenkbare Sattelstütze runter und rein ins Vergnügen. Das Fahrwerk arbeitet hervorragend – der Hinterbau ist vom Ansprechverhalten durchaus mit einem Giant Maestro vergleichbar – sensibel im ersten Teil des Weges, Progressiv gegen Ende hin. So kann man das Gas stehen lassen und auch Sprünge und Drops gelingen ohne flaues Gefühl im Magen. Durch das geringe Gewicht und die relativ kurzen Kettenstreben zeigt sich das Focus sehr wendig und agil, ohne nervös bei höheren Geschwindigkeiten zu wirken. Die Bremsen beißen kraftvoll zu, und geben sich angenehm standhaft.

Mein Fazit zu vier Tagen Sam² in Saalbach

Am Ende der vier Tage stehen auf der Habenseite (fast) alle Trailperlen (vom Hacklberg über Buchegg bis zur Pro-Line) und auch ein Tagesausflug in den Bikepark Leogang (sehr empfehlenswert im Übrigen). Nach ca. 15.000 hm (davon 70% zugegebenermaßen mit der Seilbahn bergauf) kann man folgendes Fazit ziehen – das Sam ist ein geniales Bike mit tollem Fahrwerk für harte, anspruchsvolle Abfahrten. Bergauffahren ist ebenso gut möglich, aufgrund des kleinen Akkus ist die Reichhöhe naturgemäß begrenzt – was für sportliche Fahrer aber kein Problem darstellt. Einziger Kritikpunkt sind die harten, schmalen Griffe, diese würde ich jedenfalls tauschen. Ohne Übertreibung gesellt sich das Focus Sam² auf der Liste meiner Lieblings-Bikes auf eine Stufe mit dem genialen Giant Trance E+ SX – mehr muss man dazu eigentlich nicht mehr sagen – außer: vorbeikommen und in der e-Motion e-Bike Welt Wien selber ausprobieren – es lohnt sich!

Testfahrer Stefan vor der Westgipfelbahn
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